Über die BOS sollte zuvorderst über einen relativ kurzen Weg vom Beruf zur Hochschule einem Mangel an Lehrkräften im beruflichen Schulwesen abgeholfen werden - deshalb das Ziel der "Fachgebundenen Hochschulreife", deshalb die Aufgliederung in die Ausbildungsrichtungen "Technik", "Wirtschaft", "Soziales" und "Agrarwirtschaft". In der Stadt München ergänzten sich eine damals erkennbare progressive Bildungspolitik und das Interesse der Städtischen Berufsbildungszentren (BBZ) an einer Aufwertung des beruflichen Schulwesens durch die Gründung einer eigenen Oberstufe. 1988/89 wurden die Münchner Berufsoberschulen aus den Berufsbildungszentren herausgelöst und selbstständige städtische Bildungseinrichtungen.
Der Bildungsinitiative der Stadt München mit der Marke "BOS" schlossen sich noch in den 70er Jahren andere bayerische Kommunen und auch der Freistaat Bayern als Träger von Berufsoberschulen an. Bis in die 1990er Jahre wurde die Berufoberschule als zweijährige Oberstufe mit Abschluss "Fachgebundene Hochschulreife", bzw. "Allgemeine Hochschulreife" geführt. Nach mehrheitlicher Meinung und in der Erfahrung der Beteiligten war diese zweijährige Oberstufe auf der Basis der beruflichen Ausbildung ein herausragendes und erfolgreiches Modell zur Erreichung der Studierfähigkeit. Insbesondere ermöglichte dieser Schultyp innovative Lehr- und Lernformen. In der BOS entwickelte Initiativen, fächerübergreifender Unterricht, projektorientierter Unterricht, fanden überregionale Beachtung. Nach einem "Schulversuch" auf Initiative des Kultusministeriums (ab 1990) wurden die Strukturen mit dem Ziel geändert, bereits nach dem ersten Jahr die Fachhochschulreife erwerben zu können. Das bedeutete eine zusätzliche Abschlussprüfung, und zwar bereits nach dem ersten Schuljahr. Zur Begründung wurde der vermehrte Bedarf an Fachhochschulabsolventen angegeben. Die Abschlussprüfung in der zweiten Fremdsprache zum Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife entfiel zugunsten der Bescheinigung eines entsprechenden "erfolgreichen Schulbesuches". In der Stundentafel wurde der allgemeinbildende Bereich beschnitten. Diese prüfungs- und abschlussorientierte zweistufige BOS besteht als Regeleinrichtung seit Mitte der 1990er Jahre. Gleichzeitig wurde die bis dahin bestehende zweijährige Berufsaufbauschule, die den Mittleren Bildungsabschluss verlieh, abgeschafft. Der Zugang von qualifizierten Hauptschülern zur Oberstufe und über diese zur Hochschulreife erfolgt seitdem in der Regel über die 11. Klasse (sog. Vorklassen) der BOS.
Die Städtische BOS Wirtschaft wuchs in den 90er Jahren auf bis zu 25 Klassen im Schuljahr. Dieser Entwicklung steuerte die Stadt München entgegen. Die Schule wurde zu einer jährlichen Abschmelzung der Klassenzahlen verpflichtet. Nach der neuen "Satzung über die Zulassung zur Städtischen Berufsoberschule Ausbildungsrichtung Wirtschaft" darf die Schule ab 2007 je Schuljahr "ein(en) Vorkurs, zwei Vorklassen und acht Klassen der 12. Jahrgangsstufe in Vollzeitform (...), ferner eine Klasse der 12. Jahrgangsstufe in Teilzeitform" bilden. Die Zahl der 13. Klassen richtet sich "nach der Zahl der Schülerinnen/Schüler, welche die 12. Jahrgangsstufe der Städtischen Berufsoberschule für Wirtschaft bereits besuchen und ihre Schullaufbahn in der 13. Jahrgangsstufe fortsetzen wollen.